Schule muss sich verändern – und wir gestalten diesen Wandel mit

Was passiert mit dem System Schule, wenn es sich nicht an die Bedürfnisse seiner Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern anpasst? Wenn Schule heute noch genauso gestaltet wird wie vor Jahrzehnten?
Unsere Überzeugung ist klar: Ein starres System verliert mit der Zeit seine Wirksamkeit. Ge-sellschaft, Lebenswelt und die Anforderungen an junge Menschen verändern sich stetig – Schule muss sich deshalb ebenfalls weiterentwickeln.

An der Französischen Schule verstehen wir uns als lernende Organisation. Grundlage unseres Handelns sind die Prinzipien der Freinet-Pädagogik, demokratische Beteiligungsstrukturen und die Qualitätsstandards des Netzwerks Blick über den Zaun. Wir möchten eine Schule sein, in der Verantwortung geteilt wird, Kinder und Jugendliche mitgestalten können und Schulentwicklung nicht hinter verschlossenen Türen stattfindet, sondern gemeinsam ent-steht.
Deshalb nehmen wir am Projekt „AdaptUnS – Auf dem Weg zu mehr Adaptivität im Unterricht“ teil. Das vom Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) und dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg initiierte Projekt un-terstützt Schulen dabei, Unterricht und Schulentwicklung gemeinsam weiterzuentwickeln.
Für uns bedeutet das vor allem, den Blick über den eigenen Tellerrand zu richten. Im Austausch mit anderen Projektschulen reflektieren wir unsere Arbeit, lernen voneinander und entwickeln gemeinsam neue Ideen. Ergänzt wird dieser Prozess durch eine wissenschaftliche Begleitung, die uns hilft, Evaluationsergebnisse einzuordnen, Entwicklungsfelder zu identifizieren und daraus konkrete Maßnahmen für unsere Schule abzuleiten.
Im vergangenen Schuljahr haben wir deshalb zunächst zugehört. Durch Evaluationen unter Schülerinnen und Schülern sowie im Kollegium haben wir Entwicklungsfelder aufgedeckt, die wir im kommenden Schuljahr gezielt bearbeiten werden. Schulentwicklung verstehen wir dabei nicht nur als Bauchgefühl, sondern als gemeinsamen, datenbasierten Entwicklungsprozess.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist unser Französischer Salon. Dieses Beteiligungsformat bringt Eltern, Kinder und Lehrkräfte an einen Tisch. Gemeinsam entwickeln wir Ideen für die Weiterentwicklung unserer Schule – beispielsweise zu gelingenden Übergängen zwischen den Standorten oder von der Grundschule in die Sekundarstufe. Gute Schule entsteht aus unterschiedlichen Perspektiven – deshalb ist Beteiligung für uns kein Zusatz, sondern ein Grundprinzip.
Auch im Unterricht arbeiten wir an neuen Wegen des Lernens. Mit der Etablierung des FREI DAY, einem pädagogischen Tag zum Thema Deeper Learning sowie ersten projektorientierten Unterrichtsvorhaben schaffen wir Lernumgebungen, in denen Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, eigene Ideen entwickeln und gemeinsam an realen Fragestellungen arbeiten. Dabei fördern wir gezielt die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts – Kreativität, Kommunikation, Kollaboration, kritisches Denken, Problemlösefähigkeit und Selbstständigkeit.
Unser Ziel ist es, eine Schule zu sein, die sich kontinuierlich weiterentwickelt – gemeinsam mit allen, die sie gestalten und erleben. Denn nicht die Menschen sollten sich einem starren Schulsystem anpassen müssen. Vielmehr sollte sich Schule immer wieder an den Menschen orientieren, für die sie da ist.
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